Olympiateilnehmer Serge Michel wird Profi bei Petkovic!

Serge "Bavarian Sniper" Michel

Serge „Bavarian Sniper“ Michel / Foto: Facebook

Der Münchner Boxstall Petkos Boxpromotion um Ex-Profi Alexander Petkovic und Nadine Rasche erhält einen starken Neuzugang und möchte mit diesem Akzente setzen.

Amateur-Halbschwergewichtler Serge Michel wird Profiboxer

Serge Michel (28), ist ab sofort Boxprofi beim Müncher Boxstall Petkos Boxpromotion. Der vielversprechende Neuzugang gilt als eines der größten Amateur-Talente Deutschlands im Halbschwergewicht. Neben dem deutschen Meistertitel 2014, krönte er seine erfolgreiche Amateurkarriere (150 Kämpfe, 115 Siege/63 KOs) 2016 mit dem Gewinn des traditionsreichen Chemiepokals in Halle und der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio. Dabei hat er innerhalb von drei Monaten neun seiner zehn Kämpfe gewonnen, u.a. gegen den russischen Meister und Weltklasseboxer Georgij Kuschataschvilly. Er besiegte Worldseries of Boxing-Champion Hrovje Sep aus Kroatien.

Nun soll sein erster Profikamf am 4. März in Dachau steigen. Serge wird auch vorerst weiterhin im Halbschwergewicht boxen, jedoch sind auch andere Gewichtsklassen denkbar, wie er uns im Gespräch verriet: „Mein erster Kampf wird bei 79-80 kg stattfinden. Ob ich im Halbschwergewicht bleibe, weiß ich noch nicht. Ich könnte auch problemlos im Supermittel- oder Cruisergewicht boxen, wenn sich spannende Chancen ergeben…“ …wie zum Beispiel ein Duell gegen WBA-Weltmeister im Supermittelgewicht Tyron Zeuge, den Michel bereits als Amateur bezwang.

Serge mit Vater Eduard Michel

Serge mit Vater Eduard Michel

Der Schritt, Profi zu werden, stand schon eine Weile fest, auch gemunkelt wurde bereits seit November 2016, dass Serge Berufsboxer werden will. Laufende Verträge mit dem DBV und der AIBA verhinderten diesen Schritt aber bis zum 31. Dezember letzten Jahres.

Trotz Nebenbuhlern, wie beispielsweise der Trainingsgruppe um Jürgen Brähmer, entschied sich der „Bavarian Sniper“ jedoch ganz bewusst für Petkovic und Rasche: „Alexander hat den Sport gelebt. Er war erfolgreicher Profi, hat vieles im Boxsport durchlebt. Er kennt das Geschäft einfach. Nadine bringt viel Erfahrung aus ihrer Zeit bei SES mit. Die Entscheidung folgte aber aus einer Kombination verschiedenster Punkte. Petkos Boxpromotion machte mir das beste Angebot. Gepaart mit dem guten Bauchgefühl, was ich bei den beiden habe und dem Umstand, dass ich meine Heimat nicht verlassen muss, erleichterte mir meine Entscheidung letztendlich. Außerdem kann ich wieder mit meinem Vater trainieren, was mir viel bedeutet. Er ist maßgeblich an meinem Amateurerfolg und auch an der Teilnahme an den Olympischen Spielen beteiligt gewesen.“

Michel: „Ich will nicht behutsam aufgebaut werden“

Dass in Deutschland oft ein zögerlicher Aufbau der Neuprofis, trotz erfolgreicher Amateurkarriere stattfindet, weiß auch Michel. So will er es vermeiden, wie ein rohes Ei behandelt zu werden. Auch Kämpfe über 4 Runden kommen für ihn zu Beginn seiner Profikarriere nicht in Frage: „Ich habe durch meine WSB-Zeit und auch durch die APB-Kämpfe Erfahrung mit einer längeren Kampfdistanz. Außerdem habe ich bereits dort die Weltspitze der Amateure geboxt. Warum sollte ich also langsam aufgebaut werden? Das wäre doch Blödsinn! Mein Ziel ist es, Weltmeister zu werden. Wir greifen also da an, wo ich als Amateur aufgehört habe.“

Serge Michel weiß wie es ist, sich nach oben zu kämpfen, denn sein Leben war ein einziger Fight. Mit sechs Jahren ist er aus seiner russischen Heimat ausgewandert, mit 15 von der Schule geflogen. Kurz darauf landete er durch viele „kleine Dinger“ im Knast. Fragt man ihn nach einem Profi, den er bewundert, so nennt er stets den Russen Sergey Kovalev. „Kovalev wurden viele Steine in den Weg gelegt, doch durch seine Hartnäckigkeit, Geduld und Ausdauer hat er Großes erreicht. Das sind auch die Eigenschaften die ich versuche zu pflegen.“ Seinem Heimatverein TuS Traunreut will er auch weiterhin treu bleiben, schließlich ist auch dieser für ihn ein Stück Heimat. Wenn alles so läuft wie er es sich vorstellt, möchte er irgendwann ein kleines Gym in Traunreut eröffnen: „Das war schon immer mein Traum.“